Sieben Tage, 256 Kilometer, ein Ziel
Als uns die Mail von Leandro erreichte, staunten wir nicht schlecht: Ein junger Logistik-Lernender aus Brunnen wollte für seine Abschlussarbeit bis nach Mailand laufen, und dafür brauchte er natürlich passende Schuhe. Sieben Tage und rund 256 Kilometer später stand er vor dem Mailänder Dom – Ziel erreicht. Im Interview erzählt Leandro, was Inter Mailand mit seiner Route zu tun hat, wie er an müden Tagen mit einem einfachen Gedanken weitergekommen ist und was sein Körper nach 256 Kilometern überraschend gelassen weggesteckt hat.
Leandro im Interview über seine Challenge Road to Milan
Leandro, wer bist du?
Mein Name ist Leandro Calzolaro, ich bin 18 Jahre alt und komme aus Brunnen im Kanton Schwyz. Momentan mache ich bei der Carletto AG in Brunnen eine Lehre als Logistiker. Neben dem Laufen interessieren mich der Sport im Allgemeinen, Fitness und Social Media.
Wie bist du zum Laufen gekommen?
Ich habe lange Fussball gespielt, aber irgendwann die Motivation dafür verloren. Dann habe ich das Laufen entdeckt. Es machte mir viel Freude und Spass. Am Anfang waren es kürzere Strecken, doch mit der Zeit wurden sie immer länger.
Wie entstand die Idee, für deine Abschlussarbeit 256 km zu laufen?
Ich bin immer mehr gelaufen und hatte mit der Zeit viele Kilometer in den Beinen. Irgendwann wollte ich meinen Körper testen und meine Grenzen kennenlernen. Ich wollte mir ein grosses Ziel setzen und herausfinden, was ich schaffen kann.
Warum ausgerechnet Brunnen–Mailand?
Mailand hat für mich eine persönliche Bedeutung. Meine Familie hat italienische Wurzeln, und ausserdem ist Inter Mailand mein Fussballverein, den ich mit grossem Interesse verfolge. Deshalb war Mailand für mich ein passendes Ziel. Ich wollte meine Heimat Brunnen mit einem Ort verbinden, zu dem ich einen persönlichen Bezug habe.
Wie haben dein Umfeld, deine Familie und dein Lehrbetrieb reagiert?
Mein Umfeld und mein Lehrbetrieb staunten zuerst über mein Vorhaben. Einige dachten wahrscheinlich, ich sei verrückt, weil 256 Kilometer in sieben Tagen eine sehr grosse Herausforderung sind. Mit der Zeit wurde klar, wie ernst ich das Projekt nahm.
«Ich versuchte, mich an meinem Plan zu orientieren. Bei einer solchen Herausforderung muss man aber flexibel bleiben und auf den eigenen Körper hören.»
Wie sah dein Training aus, neben Ausbildung und Alltag?
Ich musste das Training neben der Lehre und der Schule organisieren. Ich lief regelmässig und steigerte die Distanzen. Dabei war es wichtig, genügend Zeit für Erholung einzuplanen.
Der 60-km-Lauf von Zürich nach Brunnen war dein erster grosser Meilenstein. Was hast du dabei über dich gelernt?
Der Lauf zeigte mir, dass ich auch über eine sehr lange Distanz durchhalten kann. Ich lernte, meine Kräfte einzuteilen und nicht nur körperlich, sondern auch mental stark zu bleiben.
Was war in der Vorbereitung schwieriger als erwartet?
Die grösste Herausforderung war, Training, Lehre und Schule unter einen Hut zu bringen. Dafür brauchte ich viel Disziplin und eine gute Planung.
Hast du dir Gedanken über Ernährung, Regeneration und Schlaf gemacht?
Ja, diese Themen waren wichtig. Bei mehreren Lauftagen braucht der Körper genügend Energie, Flüssigkeit und Schlaf. Auch die Regeneration darf man nicht unterschätzen.
Wie hast du dich am Morgen des Starts in Brunnen gefühlt?
Ich war aufgeregt und voller Vorfreude. Nach der langen Vorbereitung ging es endlich los. Gleichzeitig wusste ich, dass eine grosse Herausforderung vor mir lag.
Wie war die Strecke aufgeteilt? Wie viele Tage, wie viele Kilometer pro Tag?
Ich absolvierte das Projekt in sieben Tagen. Insgesamt waren es rund 256 Kilometer. Die Strecke war in mehrere Tagesetappen aufgeteilt.
Konntest du deinem Plan folgen?
Ich versuchte, mich an meinem Plan zu orientieren. Bei einer solchen Herausforderung muss man aber flexibel bleiben und auf den eigenen Körper hören.
Was war der schönste Moment unterwegs?
Ein besonderer Moment war, die italienische Grenze zu erreichen und zu merken, wie weit ich bereits gekommen war. Auch die Unterstützung meines Begleitteams machte die Reise besonders.
Und der härteste Moment? Hast du ans Aufgeben gedacht?
Die langen Distanzen und die Müdigkeit waren eine grosse Herausforderung. In solchen Momenten half es mir, mich auf den nächsten Abschnitt zu konzentrieren und nicht an die gesamte Strecke zu denken.
Wer war dein Begleitteam und welche Rolle hat es gespielt?
Mein Begleitteam bestand aus meiner Mutter, meinem Vater und meiner Freundin. Meine Freundin begleitete mich mit dem Fahrrad, während mein Vater mit dem Camper unterwegs war. Meine Mutter unterstützte mich ebenfalls. Sie alle halfen mir auf unterschiedliche Weise und gaben mir Motivation. Ohne ihre Unterstützung wäre die Organisation deutlich schwieriger gewesen.
Gab es eine Begegnung oder Situation, die du nie vergessen wirst?
Besonders in Erinnerung bleiben mir die gemeinsamen Momente mit meiner Familie und meiner Freundin. Wir haben diese sieben Tage zusammen erlebt. Zu wissen, dass sie mich unterstützten und an meiner Seite waren, bedeutete mir viel.
«Ich würde jedes Ausrüstungsteil frühzeitig bei längeren Läufen testen. So merkt man rechtzeitig, ob etwas drückt oder auf Dauer unbequem wird.»
Beschreib den Moment, als du in Mailand angekommen bist.
Die Ankunft am Mailänder Dom war ein besonderer Moment. Nach sieben Tagen und rund 256 Kilometern hatte ich mein Ziel erreicht. Ich war stolz darauf, das Projekt durchgezogen zu haben. Es war ein emotionaler Abschluss einer langen Vorbereitung und einer intensiven Woche.
Was hast du als Erstes gemacht, gegessen oder gesagt?
Zuerst wollte ich den Moment geniessen und realisieren, dass ich es tatsächlich geschafft hatte. Ich konnte stolz sein und den Erfolg mit meiner Familie und meiner Freundin teilen.
Wie ging es deinem Körper danach, und wie hast du dich erholt?
Überraschenderweise hatte ich nach dem Lauf keinen Muskelkater und überhaupt keine Beschwerden. Mir ging es körperlich sehr gut.
Welche Schuhe bist du gelaufen, und wie haben sie sich bewährt?
Ich war mit Laufschuhen von Saucony unterwegs. Zusätzlich hatte ich Schuhe von Brooks. Bei einer solchen Distanz ist es wichtig, dass die Schuhe bequem sind und genügend Halt bieten. Die passende Ausrüstung macht bei vielen Stunden auf den Beinen einen grossen Unterschied.
Welches Ausrüstungsteil war dein heimlicher Held?
Die Laufschuhe waren sicher eines der wichtigsten Ausrüstungsteile. Auch die passende Laufbekleidung war wichtig, besonders weil das Wetter unterwegs wechseln konnte.
Wie hat dir die Laufanalyse bei Wirth Sport geholfen?
Die Laufanalyse bei Wirth Sport half mir, mich mit meinem Laufstil und dem passenden Schuhwerk auseinanderzusetzen. Bei einer so langen Distanz wollte ich darauf achten, dass die Schuhe zu mir passen und ich mich darin wohlfühle.
Was würdest du beim Material nächstes Mal anders machen?
Ich würde weiterhin jedes Ausrüstungsteil frühzeitig bei längeren Läufen testen. So merkt man rechtzeitig, ob etwas drückt oder auf Dauer unbequem wird.
«Ich wollte zeigen, dass man nicht berühmt oder ein Profi sein muss, um etwas Grosses zu versuchen. Wenn meine Geschichte andere motiviert, selbst anzufangen und dranzubleiben, dann hat das Projekt für mich viel erreicht.»
Was hast du durch das Projekt über dich gelernt?
Ich habe gelernt, dass man mit Disziplin und einem klaren Ziel viel erreichen kann. Man muss nicht jeden Tag gleich stark sein. Wichtig ist, weiterzumachen und sich die Kräfte einzuteilen.
Du wolltest keine Rekorde brechen, sondern zeigen, was möglich ist. Wie konntest du andere inspirieren?
Mein grösstes Ziel war es, junge Menschen zu inspirieren, mehr Sport zu machen und an ihre eigenen Ziele zu glauben. Ich wollte zeigen, dass man nicht berühmt oder ein Profi sein muss, um etwas Grosses zu versuchen. Wenn meine Geschichte andere motiviert, selbst anzufangen und dranzubleiben, dann hat das Projekt für mich viel erreicht.
Welchen Tipp hast du für Menschen mit einem grossen Laufziel?
Setzt euch ein klares Ziel und arbeitet Schritt für Schritt darauf hin. Eine gute Vorbereitung und Regelmässigkeit sind wichtig. Hört auf euren Körper und vergleicht euch nicht ständig mit anderen. Auch grosse Ziele beginnen mit dem ersten Schritt.
Was kommt als Nächstes?
Ich möchte mich sportlich weiterentwickeln und neue Herausforderungen angehen. Ausserdem möchte ich weiterhin Content rund um Running und Fitness machen und meine Ideen im Bereich Sportbekleidung weiterverfolgen.